Die japanische Rasierklinge – ganz dicht am Mann

Feather Rasierklingen

Gründe zur klassischen Rasierklinge zu greifen gibt es viele. Umweltbewusstsein, Preissensibilität gegenüber Systemrasiererklingen oder einfach der Wunsch nach einer wirklich guten, stoppelfreien Rasur gehören sicher dazu. Gerade wer wie ich schnell Rasurbrand bekommt und sich trotzdem gründlich rasieren will, muss allerdings auf die Qualität seines Werkzeugs achten. Das ist in erster Linie eine wirklich scharfe Klinge. Hier sticht ein japanisches Produkt des Herstellers Feather unter den Mitbewerbern klar hervor. Nach einem gründlichen Rundumtest unter diversen Fabrikaten belegt dessen Klinge für mich im Punkt Schärfe den ersten Platz.

Rasierklingenvergleich

Rasierklingen verschiedener Anbieter im Überblick

Die Rasierklinge Feather FH-10 ist 0,1 mm dünn und wird in Japan hergestellt. Sie ist dafür bekannt, eine der schärfsten, vielleicht die schärfste Rasierklinge der Welt zu sein. Einsteigern in die klassische Nassrasur wird deshalb gerne geraten, die ersten Versuche mit einem etwas gutmütigeren Produkt zu unternehmen. Das kann (nicht nur) ich bestätigen. Sie ist sehr scharf, aber nicht unbedingt sanft. Wer hier nicht aufpasst und allzu sorglos mit dem Hobel Kurven zieht – oder ihn gar wie einen Systemrasierer mit fünf Klingen aus dem Drogeriemarkt anpresst – erfährt schnell und schmerzhaft, wie scharf die Klinge wirklich ist. Wer allerdings mit der nötigen Sorgfalt vorgeht, der wird mit der bestmöglichen Rasur belohnt. Das Stoppelgefühl am frühen Abend (wie das bei der Verwendung eines Elektrorasierers gerne mal der Fall ist) stellt sich bei mir jedenfalls nicht ein. Morgens aber freut sich die Gattin über echtes Babypopogefühl, vor allem, wenn ich vor dem Einseifen Rasieröl aufgetragen habe.

Konzept und Handhabung der Klinge ist denkbar einfach und altbekannt, seit der Erfinder K.C. Gillette um die Jahrhundertwende begann, aus Bandstahl Rasierklingen zu fertigen.

Feather Rasierklinge und Verpackung

Die Feather Rasierklinge: einzeln in Papierblättchen aus dem 10er-Spender

Verpackt sind die Klingen einzeln, mit je zwei Tupfen Fett in ein Papierbriefchen geklebt, so wie man es von anderen Herstellern auch kennt. Jeweils zehn Klingen enthält der folierte Plastikspender von Feather. So können sie auch in einem Badezimmerschränkchen länger gelagert werden. Soll die Klinge getauscht werden, findet sich auf der Rückseite des Spenders ein praktisches Fach für die gebrauchten Klingen. Die kann man dann gesammelt entsorgen. Den Klingenspender einfach ins Reise-Necessaire zu packen erscheint logisch. Das sollte aber gegebenenfalls bei einer Flugreise mit den Bestimmungen für Handgepäck abgeglichen werden.

Über das Unternehmen Feather
Rasierklingen dieser Art wurden in Japan erstmals von der am 1. Juli 1932 gegründeten FEATHER Safety Razor Co., Ltd. in Seki (Präfektur Gifu) hergestellt. Die „Stadt der Schwerter“ ist ein wenig mit dem deutschen Solingen vergleichbar, da auch sie für geschmiedete Schwerter und Messer bekannt ist. Feather ist eine traditionsreiche Firma und fertigt eine Vielzahl von Klingen für medizinische und industrielle Zwecke, aber auch für den professionellen Einsatz in Friseursalons und für den privaten Bedarf. Sie unterhält in Seki sogar ein eigenes Museum, das Feather Museum of Razor.

Schlussbemerkung: 
Mir sind die Punkte Preis und Umweltschutz wichtig. Premium-Rasierklingen für Systemrasierer des Marktführers Gillette schlagen im Handel für vier (!) Stück mit 15 Euro zu Buche, also 3,75 Euro das Stück. Die aufwendig gestaltete Mehrfachverpackung besteht überwiegend aus Plastik, wie die „Klinge“ selbst auch. Geht man von 300 Rasuren im Jahr aus, so macht das im Jahr 75 Euro – wenn man eine großzügige Standzeit von 15 Rasuren pro Stück annimmt. Im Vergleich: Von den sehr gefragten Feather Klingen können 100 Stück im Online-Handel 30 bis 35 Euro kosten, andere Sorten gibt es schon für unter 10 Euro. Weil die klassischen Klingen fast ohne Plastikverpackung auskommen, wird deutlich weniger Verpackungsmüll verursacht.

Im Ergebnis halte ich die Systemrasierer für stark überteuert und sehe vor allem den anfallenden Plastikmüll mit Bauchgrummeln. Selbst wenn eine Feather Klinge bereits nach drei Rasuren getauscht würde, den Jahresvergleich gewinnt sie immer noch locker und steht dabei den Systemrasierern qualitativ in keiner Weise nach. Eine klassische Klinge wie die Feather FH-10 ist daher meiner Meinung nach die beste Wahl – für den Geldbeutel, für die Umwelt und für die bessere Rasur.

Zweischneidige Rasierklinge (double edge) für klassische Rasierhobel
Produktname:
Feather FH-10
Hersteller: FEATHER Safety Razor Co., Ltd.
Bezugsquellen: Die Klingen sind zwar nicht Standard in Drogeriemärkten, aber im Online-Handel gut verfügbar. Man bekommt die Verpackungsvariante für den japanischen Markt im Nassrasur-Shop (online kaufen), wie auch die Variante mit dem gelben Front-Pappeinleger für den Exportmarkt, zum Beispiel über den Onlineshop von Der gepflegte Mann (online kaufen) angeboten. Die Klingen sind dieselben.

Dieser Beitrag stammt von unserem Gastautoren Stephan „Balu“ Morlock.

Stephan Balu Morlock

Gastautor Stephan „Balu“ Morlock

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