Die Zeit am Puls – Armbanduhren aus Japan

Uhren japanischer Hersteller sind aus Büro, Sport oder Freizeit nicht wegzudenken. Für viele von uns waren und sind sie ein täglicher Begleiter. Manche von uns haben sie besonders fasziniert, wie mich.

„Die Zeit ist wie ein Fluss aus Zement.“ (Murakami)

Einige Zeitmesser aus Japan sind Designikonen. Andere sind eher technisch bemerkenswert. Was ihren Wiedererkennungswert und ihren Nutzen angeht, stehen sie ihren hochpreisigen schweizerischen Vettern in nichts nach. Und sie können viel mehr als nur Zeit messen. Einige japanische Uhren (Marken, Serien und Modelle) heben sich in meinen Augen besonders ab: Casio G-Shock, Seiko und Citizen.

Die Unverwüstlichen: Casio G-Shock

Casio mit Sitz in Tokyo ist ein Urgestein der Herstellung von Digitaluhren. Seit der Gründung 1946 hat sich das Unternehmen stetig entwickelt und prägte mit Synthesizern und Digitaluhren inklusive Gimmicks wie einem Taschenrechner (Marty McFly, der Protagonist aus „Zurück in die Zukunft“, trug natürlich eine) die 1980er Jahre wie kein anderer Uhrenhersteller.

1983 entstand die erste G-Shock (die jeden „Gravity-Shock“ aus 10 Metern Höhe unbeschadet übersteht) und beeindruckte vom Start weg Globetrotter, Sportler und Technofreunde durch ihre Leistung. Aus der Mode der Rave- und Clubszene der 1990er ist diese Armbanduhr aus Japan nicht wegzudenken. Auch im Büro hat sie sich als „Daily Rocker“ fest etabliert. Zahllose Sondermodelle, designt von Künstlern oder aktuell Musikern wie den Gorillaz erfreuen regelmäßig Fans und Sammler.

Mein geliebter Designfavorit unter den japanischen Uhren ist die G-Shock Serie „The Origin“, die seit vielen Jahren quasi unverändert, zeitlos schön, gebaut wird. Zugegeben, ganz in martialischem Schwarz passt sie vielleicht besser in einen Action-Film als ins Büro. Ausführungen mit freundlicheren Displays eignen sich hier eher.

Aktuelle Modelle sind häufig solarbetrieben und als Funkuhr erhältlich. Das finde ich richtig gut, denn wählt man eines ohne bewegliche Teile hat man eine genaue, wartungsfreie und zuverlässige Uhr.

Erschwinglich bis luxuriös

Die G-Shocks weisen in Preis, Farbe, Funktionen und Material große Unterschiede auf, sind aber alle enorm belastbar. Bei meinem Jubiläumsmodell hinterließen Sport, Sonnenmilch, Salzwasser und die heißen Quellen Japans jedenfalls keine Spuren. Bluetooth – sehr praktisch zur sonst etwas umständlichen Justierung von Alarm, Countdown-Timer und Reminder – kennt es nicht, das ist meinem aktuellen Modell (mit Metallgehäuse) vorbehalten.

Casio F-91W
Bis auf das Armband noch wie neu – die Casio F-91W

Eine sehr erschwingliche Uhr wie die legendäre (und, vom Band abgesehen, durch mich auch nicht kaputtbare) Casio F-91W (Amazon Shop) ist eine G-SHOCK absolut nicht. Bei Spitzenmodellen mit entsprechender Ausführung und Handarbeit werden deutlich über 7000.- Euro aufgerufen. Für mein Lieblingsdesign geht es bei 99 Euro los (siehe Casio-Shop), leider ohne Solarbetrieb. In der luxuriöseren Variante kostet japanisches Understatement 1600 Euro – Titan, Saphirglas und jede Menge Exklusivität haben ihren Preis.

Geschmeidig und gediegen: Seiko für Spione und Rocker

1895 ging die erste in der Seikosha Fabrik in Tokyo hergestellte Taschenuhr an den Markt, die erste in Japan hergestellte Armbanduhr folgte 1913. Bekannt wurde Seiko in Deutschland allerdings erst sehr viel später durch günstige Quarzuhren. Auch den Einstieg in die Welt der Uhren mit Automatikwerken macht einem Seiko schon seit langem leicht. 

So cool ich Casio und Citizen finde, für elegante japanische Uhren würde ich zunächst bei Seiko schauen. Und ganz offensichtlich war James Bond bereits vor mir dieser Meinung.

  • In „Der Spion der mich liebte“ (1977) kann eine SEIKO 0674 Text empfangen und drucken (siehe James Bond Lifestyle).
  • Eine SEIKO DIGITAL LC M354 MEMORY BANK CALENDAR (Spezifikationen bei Digital Watch) hilft in „Moonraker – Streng geheim“ (1979) mit Sprengkabeln.
  • In „In tödlicher Mission“ (1981) gibt eine SEIKO H357 DIGITAL ANALOG ALARM Text aus und kann funken (siehe James Bond Lifestyle).
  • Gleich ein Doppelpack in „Octopussy“ (1983): Er nutzt mit der SEIKO G757 SPORTS 100 (siehe James Bond Lifestyle) ein Peilgerät, um ein Fabergé-Ei zu tracken und hat später eine SEIKO TV-Uhr, die ihm Kamerabilder zeigt.
  • In „Im Angesicht des Todes“ (1985) trägt er eine SEIKO 7A28 7020 (siehe James Bond Lifestyle) ohne Gimmicks.

Auch Musiker zählen zu bekennenden Seiko-Fans, wie der Brite Brain May (Queen) (s. Instagram). Diese Begeisterung führte kürzlich zu einem seiner Gitarre gewidmeten Sondermodell (Seiko Webseite) in der günstigen und beliebten Serie Seiko5 Sports. In hochpreisige Bereiche dringt Seiko mit der Premiummarke Grand Seiko vor. Die Uhren faszinieren teils mit ihrer technischen Ausstattung wie dem geschmeidig laufenden Spring-Drive Uhrwerk, das zwar technisch ein Quarzwerk ist, aber einen wirklich kontinuierlich laufenden Sekundenzeiger hat.

Der Leuchtkeks unter den japanischen Uhren – Citizen und die Taucher

Citizen ist hat ebenfalls seinen Sitz in Tokyo und wurde 1918 gegründet. Die Entwicklungen umweltfreundlicher Antriebstechniken wie den „Eco-Drive“ (solargetriebene Quarzuhr) heben Citizen von den Marktbegleitern ab.Bekannt und beliebt sind die erschwinglichen Taucheruhren mit soliden Automatikwerken, die Promasters. Sie werden natürlich nicht nur von Tauchern getragen.

Eine stilprägende Ikone aus dieser Serie ist eine Uhr mit dem kuriosen Spitznamen „Leuchtkeks“, die Citizen Promaster NY0040-09W. Wieso Leuchtkeks? Den Namen erhielt die Uhr aufgrund der auf dem Zifferblatt flächig aufgetragenen Leuchtmasse, die im Dunklen massiv leuchtet. Sie ist so beliebt, dass sie nach Ende der offiziellen Produktion immer noch aus modifizierter Neuware angeboten wird. (Online Shop Taucheruhren) und andere Hersteller wie Orient (japanisch und mittlerweile unter dem Seiko-Dach), Dugena, Gigandet, oder Tag Heuer die Idee auf ihre Weise umsetzen.

Fazit: japanische Uhren sind zuverlässig, robust und vielfältig

Wer eine Uhr zuverlässige und robuste Uhr sucht und auf ein bestechendes Preis-Leistungsverhältnis achtet, der wird bei japanischen Herstellern auf jeden Fall fündig, auch bei ausgefallenen Farbwünschen. Vor dem Kauf seltener G-Shock Sondermodelle zu günstigem Preis auf bekannten Auktionsplattformen möchte ich warnen. Ich bin sicher, bereits mehr als ein Angebot mit einer Fälschung gesehen zu haben. Man erkennt sie beispielsweise an unsauberen Kanten und vereinfachten Displaydetails.

Dieser Beitrag stammt von unserem Gastautoren Stephan „Balu“ Morlock.

Stephan Balu Morlock
Unser Gastautor Stephan „Balu“ Morlock

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