Geschenke nachhaltig aufwerten

Buch in Furoshiki verpackt

Geschenke zu verpacken ist eine Kunst für sich, auch und besonders in Japan. Denn hier kommt der Verpackung eine mindestens ebenso große Bedeutung zu, wie dem Präsent selbst. Mit schnellen und gezielten Handgriffen werden sogar unförmigste Gegenstände kunstvoll verpackt. Dabei sind die Techniken faszinierend und das optische Ergebnis umwerfend. Zu schade, wenn beim Auspacken dann die unvermeidbare Zerstörung folgt. Doch natürlich gibt es in Japan auch dafür eine Lösung: in Form des fantastisch multifunktionalen Verpackungsmaterials Furoshiki.

Furoshiki sind bunte Stoffe in Quadratform unterschiedlicher Größe. Damit lassen sich Geschenke auf außergewöhnliche Art einpacken und aufwerten. Weil sie vielseitig weiter verwendbar sind, stellen sie für sich genommen schon ein tolles, nachhaltiges Geschenk dar. So geben sie praktische Tischsets oder edle Halstücher ab. Außerdem lassen sich daraus dank spezieller Falttechniken im Handumdrehen kleine, praktische Beutel zaubern, in denen eine Trinkflasche ebenso gut transportiert werden kann wie eine Bento-Box.

Furoshiki gibt es aus hochwertigen Materialien wie Seide, Baumwolle oder Leinen und aus Polyester, Viskose oder Krepp. Farb- und Motivangebot sind schier unerschöpflich. Auch für Kinder gibt es bezaubernde Varianten, die sich später gut als Spieldecke oder zum Verstauen kleinerer Spielsachen für unterwegs verwenden lassen. Viele Furoshiki sind beidseitig, meist mit unterschiedlichen Motiven und Farben, bedruckt. Durch zahlreiche Falt- und Wickelmöglichkeiten ergeben sich immer wieder neue Kreationen.

Wiederbelebte Verpackung aus alten Zeiten

Die Verwendung von Furoshiki (風呂敷, dt. Einschlagtuch) lässt sich bis ins 8. Jahrhundert (Nara-Zeit von 710-794) zurückverfolgen. Damals wurden schon Waren in den Tüchern transportiert. In der Zeit von 1603-1868 (Edo-Zeit) nutzten Besucher öffentlicher Badehäuser sie, um darin während ihres Aufenthaltes ihre normale Bekleidung zu verstauen. Im 20. Jahrhundert verdrängten andere, günstigere Verpackungsmaterialien die Stofftücher.

„https://www.env.go.jp/en/focus/attach/060403-5.pdf“ target=“_blank“ rel=“noopener“> 14 Wickeltechniken für Furoshiki des japanischen Umweltministeriums[/captio

Im Jahr 2006 belebte die damalige japanische Umweltministerin die alte Tradition mit einem selbst gestalteten Furoshiki inklusive Anleitung für 14 Wickeltechniken neu. Yuriko Koike (Wikipedia), die 2017 vom Time Magazine zu den hundert einflussreichsten Menschen gezählt wurde, wollte damit den Umweltschutz-Beitrag unterstreichen, den diese Tücher in Zeiten übermäßigen Gebrauches von Plastiktüten leisten.

Das wäre doch etwas, wenn sich Furoshiki auch hierzulande als hochwertige Alternative zu Plastik- und Papierverpackungen etablieren. Ich jedenfalls werde definitiv das nächste Geschenk in einem überreichen.

Bezugsquellen:
Original japanische Furoshiki aus Kyoto gibt es zum Beispiel im Online-Shop von Oryoki

1 Kommentare

  1. Pingback: Imabari Handtücher aus dem Land der Onsen-Badekultur

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.