Hanabi: verdrehtes Kartenspiel für Teamplayer

Hanabi Kartenspiel

Urlaubszeit ist irgendwie immer auch Zeit für Spiele. Ein ganz besonderes haben wir vor einigen Jahren mit „Hanabi“ entdeckt, Spiel des Jahres 2013, das so ganz anders funktioniert, als die uns bis dahin bekannten Kartenspiele. Hier wird nämlich „blind“ gespielt. Und am meisten Spaß macht es bei mindestens vier Spielern (funktioniert ab zwei Spielern).

Das Kartenspiel trägt einen japanischen Namen (hanabi = Blumenfeuer/Feuerwerk) stammt jedoch nicht aus Japan. Es wurde von dem französischen Comic- und Spieleautor Antoine Bauza entwickelt. Wir nehmen es dennoch hier auf, weil es einfach toll ist und durchaus mit Japanbezug. Zum einen wegen des Namens und zum anderen, weil in Japan Feuerwerke nicht individuell, sondern gemeinschaftlich organisiert werden. So ist Hanabi kein Spiel um einen Sieger, sondern ein Teamspiel um den gemeinsamen Gewinn.

Ziel des Kartenspiels ist es, im Team insgesamt fünf Stapel mit von 1-5 durchnummerierten Feuerwerkskarten in fünf verschiedenen Farben in richtiger Reihenfolge auszulegen. Der Clou: jeder Spieler muss seine Karten verkehrt herum halten, so dass er selbst sie nicht sehen kann, sondern nur alle seine Mitspieler. Zu dem Spiel gehören zwei Arten von Chips: 8 Hinweis-Chips und 3 Gewitter-Chips.

So funktioniert Hanabi

Die Spieler haben drei Möglichkeiten, das Spiel zu starten und weiter zu gestalten:

a) Der Spieler, der an der Reihe ist, gibt einem Mitspieler einen Hinweis, welche Karten er in Händen hält. Dabei darf er entweder einen Farbhinweis geben (per Fingertip auf ALLE Karten einer Farbe oder dem Hinweis, dass der Spieler KEINE Karte einer bestimmten Farbe hat) oder einen Zahlen-Hinweis (per Fingertip auf ALLE Karten mit einer bestimmten Zahl oder dem Hinweis, dass der Spieler KEINE Karte mit einer bestimmten Zahl hat).

Hanabi KartenFür jeden gegebenen Hinweis wird ein Hinweis-Chip umgedreht und steht nicht mehr zur Verfügung. Hinweise müssen daher mit Bedacht gegeben und die Anzahl der noch zur Verfügung stehenden Chips im Auge behalten werden.

b) Der Spieler wirft eine Karte, von der er erwartet, dass sie nicht benötigt wird, offen auf einen eigenen Stapel ab. Welche Karte er abgeworfen hat, sieht er selbst also erst in dem Moment, in dem er sie offen hinlegt. Mit einer abgelegten Karte kann ein bereits verbrauchter Hinweis-Chip wieder freigegeben werden. Sind alle Hinweis-Chips noch verfügbar, darf keine Karte abgelegt werden.

c) Der Spieler spielt eine Karte offen aus. Dabei ist wichtig, dass jeder Farbstapel in der richtigen Reihenfolge gelegt werden muss. Jeder Stapel beginnt mit 1 und wird in Reihenfolge bis zu fünften Karte vervollständigt. Der Spieler kann also entweder einen neuen Stapel beginnen oder einen bereits begonnenen Stapel mit der passenden Zahl erweitern.

Passt die gelegte Karte nicht, wird einer der drei Gewitter-Chips aufgedeckt. Wenn alle 3 Gewitter-Chips verbraucht, also aufgedeckt, sind, ist das Spiel verloren.

Nach jedem Ablegen einer Karte, wird vom verdeckt auf dem Tisch liegenden Stapel mit Restkarten nachgezogen. Es gibt drei Varianten für das Spielende:

1. Sobald der dritte Gewitter-Chip aufgedeckt werden musste -> es gibt 0 Punkte.
2. Wenn in allen 5 Farben ein Kartenstapel von 1-5 auf dem Tisch liegt -> es gibt 25 Punkte.
3. Gehen die Karten des Nachziehstapels zu Ende, kommt jeder Spieler nur noch einmal zum Zug -> die Punkte der gelegten Karten werden gezählt.

Kenne die Karten und sei wachsam!

„Hanabi“ funktioniert nur durch gute Teamarbeit, die richtigen Tipps an der richtigen Stelle und taktisch kluges Vorgehen. So sollte man immer die Karten im Kopf behalten, die im Spiel verfügbar sind. Denn es gibt von allen Zahlenwerten unterschiedlich viele Karten der gleichen Farbe, von der 5 in jeder Farbe jedoch nur eine einzige (plus Joker)! Ohne die 5 kann kein Farbstapel abgeschlossen werden. Natürlich gibt es auch Joker in diesem Spiel, die Feuerwerkskarten mit Zahlen, die jeweils auf jeden Farbstapel gelegt werden können – an der richtigen Stelle.

„Hanabi“ macht richtig Spaß und ist jedes Mal wieder interessant, weil der Spielverlauf stark von den Spielern und ihrer Interaktion abhängt. Auch Grenzen müssen manchmal neu gezogen werden, wenn ein Tippgeber zum Beispiel durch Mimik und Gestik tatsächlich mehr als nur einen erlaubten Hinweis gibt. Es ist eine Gratwanderung für alle Mitspieler, das Spiel spannend zu halten und gleichzeitig gewinnen zu wollen. Das Schöne daran ist, dass entgegen anderen Kartenspielen alle Spieler in einem Boot sitzen. Es gibt nur gemeinsames Gewinnen oder Verlieren.

Hanabi – Spiel des Jahres 2013
Verlag: Abacusspiele
Bezugsquelle: stationäres Spielwarengeschäft; Abacusspiele (online kaufen); Amazon (online kaufen)

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