Tokyo Stories: Kochgeschichten aus Tokyo

Kochgeschichten aus Tokyo erzählt mein neues japanisches Kochbuch (eines von inzwischen annähernd vierzig), das nicht nur optisch Laune macht, sondern auch mit sehr speziellen Rezepten überzeugt: Tokyo Stories.

Jedes Mal, wenn ein japanisches Kochbuch auf Deutsch erscheint, freue ich mich im doppelten Sinne ganz besonders. Weil die japanische Küche eine schier unerschöpfliche Vielfalt bietet und damit jedes weitere Kochbuch nur eine Ergänzung sein kann. Und weil es bislang leider nach wie vor vornehmlich englische Übersetzungen gibt. Die machen mir das Nachkochen im Detail dann aufgrund der zahlreichen Fachbegriffe häufig doch zu mühsam. So nutze ich sie eher wenig.

Design Tokyo Stories Kochbuch

Tokyo Stories von Tim Anderson (selbst Küchenchef) ist ein künstlerisch wunderbar poppig aufgemachtes Buch. Mit zahlreichen tollen Fotos von Stadt, Leuten und Gerichten aus Tokyo. Und herrlich erfrischenden Geschichten und Informationen über die japanische Metropole, Küche und Kultur. Die Ummantelung in geprägten Reliefs und viel Gold, die feinen Kanten der Buchseiten in knallpink. Super!

Inhaltlich gegliedert sind die japanischen Rezepte und Geschichten im Buch nach Street Food, Local Food, National Food, Global Food, Home Food und Modern Food. Natürlich werden auch klassische japanische Zutaten erklärt, daneben gibt es Tipps für das Haltbarmachen von Lebensmitteln oder gekochten Speisen, und nähere Informationen zu Spezialitäten aus Okinawa und sogar der Ainu-Küche der Ureinwohner Sachalins und Hokkaidos.

Trauben aus dem Meer

Rezept mit Umibudo aus Okinawa
Umibudo (Meeresalgen)

Besonders gefreut habe ich mich, ein Gericht mit Umibudo (Meerestrauben) zu entdecken und zu erfahren, dass diese inzwischen sogar bei uns zu haben sind. Wir haben sie zum ersten Mal in Okinawa kennen- und lieben gelernt. Unser damals noch nicht ganz dreijähriger Sohn konnte davon gar nicht genug bekommen und hat sie fachkundig mit (Kinder-)Stäbchen aus Salaten oder von anderen auf dem Tisch stehenden Gerichten gefischt. Sie schmecken herrlich nach Meer und haben die Konsistenz von etwas festeren Fischeiern. Nähere Informationen zu diesen Grünalgen und eine Bestellmöglichkeit liefert zum Beispiel der Algenladen.

Erdbeer-Sandwich und Totoro-Windbeutel

Sehr leicht nachzumachen und zur Erdbeerzeit ein Traum: das Erdbeer-Sandwich. Anblick und Geschmack versetzen mich umgehend wieder in die trubeligen Straßen Tokyos an einen der zahlreichen bunten Stände mit diversen Frucht-Sandwich-Varianten im Angebot. Eine wirklich putzige Nachspeise lässt sich nach Rezept aus Tokyo Stories außerdem mit den Totoro-Windbeuteln kreieren.

Ich finde dieses Kochbuch sehr schön, interessant aufgemacht, die Rezepte vielseitig bis ausgefallen, dabei leicht verständlich aufgebaut. Wer Lust auf abwechslungsreiche japanische Küche zu Hause hat und dabei gerne auch noch ein wenig mehr über Tokyo erfahren möchte, liegt damit jedenfalls definitiv richtig.

Tokyo Stories, Kochbuch, gebundene Ausgabe
Autor: Tim Anderson
Verlag: Südwest Verlag
Bezugsquelle: s. Verlagsseite – beim Buchhändler des Vertrauens

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