Papier lebendig bewegt

Cover von Kamikara - Mechanical Origami

Origami, die bekannte Papierfaltkunst, verlangt feines Fingerspitzengefühl und viel Konzentration. Erstellen lassen sich mit der speziellen Technik zwei- oder dreidimensionale Figuren, Flugkörper und geometrische Objekte.

Der japanische Designer Nakaora Haruki (Webseite, nur japanisch), Jahrgang 1967, hebt diese Kunstform mit seinen Kreationen auf ein neues Niveau. Inspiriert von Karakuri, traditionellen mechanischen Figuren, kreiert er in dem an Origami angelehnten japanischen Faltschnitt Kirigami Schablonen für mechanische Papierfiguren, die nach Erstellung richtiggehend lebendig werden. Ein hüpfender Pinguin, ein Salto schlagender Hase, eine Blüte, die sich mit einer Papieraxt öffnen lässt und einen Karate-Kämpfer entblösst. Die aus seiner Feder stammenden 3D-Figuren erfordern Geschick in der Zusammenstellung und machen danach noch richtig viel Spaß.

Origami als Kunst- und Therapieform

Papierfaltkunst hat nicht nur in Japan eine lange Geschichte, sondern war ab dem 16. Jahrhundert auch in Europa zu finden. Seit Friedrich Fröbel (1782-1852, Wikipedia), dem Begründer des „Kindergartens“, hat sie sich in Deutschland zudem im pädagogischen Einsatz etabliert. Geschult und verbessert werden nämlich die Feinmotorik und das Verständnis von und für Formen sowie von Anweisungen. Im therapeutischen Sinne dient diese eigentlich stille, nach innen gekehrte Tätigkeit, dazu, neben der Selbstkontrolle auch die Fremdwahrnehmung und Kommunikationskompetenz zu stärken.

In Japan erlebte Origami nachweisliche Blütezeiten zwischen dem 14. Und 16. Jahrhundert sowie zwischen dem 17. Und 19. Jahrhundert. Zu internationaler, trauriger Berühmtheit gelangte es in Form hunderter Faltkraniche, welche die damals 12-jährige Schülerin Sadako Sasaki (Wikipedia) 1955 während ihres Krankenhausaufenthalts in Hiroshima in der Hoffnung auf Gesundung erstellte. Das Mädchen war eines der zahllosen Opfer des Atombombenangriffs auf ihre Geburtsstadt und verstarb noch im gleichen Jahr an Leukämie, einer Folge der Verstrahlung. Die Kraniche wurden daraufhin zu einem weltweiten Symbol der Friedensbewegung und noch heute gehen regelmäßig Papierkraniche aus aller Welt beim Kinder-Friedensdenkmal in Hiroshima ein, wo sie ausgestellt werden.

Anspruchsvolle Technik für das Kind (in uns allen)

Anleitung aus dem Buch "Kamikara - Mechanical Origami" von Nakaora Haruki

Anleitung aus dem Buch „Kamikara – Mechanical Origami“ von Nakaora Haruki

Origami kann in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden ausgeführt werden. Für Kinder wie Erwachsene gibt es von leicht bis anspruchsvoll unzählige Vorlagen und Varianten. Nakaora Haruki schafft es mit seinen Figuren, aufwändige, komplizierte Technik für Erwachsene mit Optik und Spielspaß für die Kinder – in uns allen – zu vereinen. Sein Buch Kamikara – Mechanical Origami (auf japanisch aber auch ohne Sprachkenntnisse verständlich) mit vielen Vorlagen zum Ausschneiden und illustrierten Anleitungen, ist daher eine absolute Empfehlung für Alle, die Freude an kniffeliger Basteltechnik, und in Eigenarbeit hergestelltem, pfiffigem Spielzeug haben. Was dafür benötigt wird: Zeit, Geduld, Haushaltsgummi und starker Bastelkleber!

Kamikara – Mechanical Origami (Buch mit Vorlagen und Anleitungen)
Künstler: Nakaora Haruki
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Geometric Kamikara – Mechanical Origami (Buch mit Vorlagen und Anleitungen) 
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Nakaora Haruki
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