Toshio Hosokawa: Zen und die westliche Musiktradition

Toshio Hoskawa: Buch und CD

Am 8. November 2018 gibt es hierzulande mal wieder die Gelegenheit ein Werk von Toshio Hosokawa live zu erleben. Im 2. Abonnement-Konzert des Münchener Kammerorchesters (MKO) wird “Nacht – Schlaf” aus dem Werk “Singing garden in Venice” zu hören sein. Eine tolle Gelegenheit ein Stück Hosokawas direkt zu erleben.

Yuki Kasai Violinistin

Violinistin Yuki Kasai – (c) Giorgia Bertazzi

Geleitet wird das Konzert von der japanischen, in der Schweiz geborenen Violinistin Yuki Kasai, die seit letztem Jahr festes Mitglied des MKO ist. Im Gespräch mit Japeau sagt sie über Hosokawa: “Er ist einer der wichtigsten japanischen Komponisten der Gegenwart, mit einer sehr persönlichen eigenen Klangsprache, bei der man das traditionell Japanische ebenso findet, wie die „westlichen Einflüsse“. Diese unterschiedlichen Einflüsse haben sicherlich auch mit Hosokawas Werdegang (Biografie – englisch) zu tun – er verbrachte viele Jahre seiner Ausbildung in Deutschland, zunächst in den 70ern in Berlin, später dann in Freiburg und auch als Dozent in Darmstadt. Wie man dem hervorragenden Buch “Toshio Hosokawa – Stille und Klang / Schatten und Licht” entnehmen kann, lernte Hosokawa die japanische Musik erst später in seinem Leben intensiv kennen.

In Europa ist diese Annäherung an das Japanische bei Fans der zeitgenössischen Klassik sehr beliebt. Viele Aufnahmen und Aufführungen von Hosokawas Werke stammen von deutschen Orchestern. Seine minimalistische Musik, die sich teilweise an buddhistische Musiktraditionen anlehnt, kann man deshalb glücklicherweise öfters einmal hierzulande hören. Wir selbst haben die Musik Hosokawas vor einigen Jahren bei einem Konzert in München kennengelernt; damals das Stück “Landscape II”, das eine nachhaltige Hosokawa-Begeisterung bei uns ausgelöst hat:

Toshio Hosokawa, Komponist (2008)

Toshio Hosokawa, Komponist (2008) – (c) Heike Rost

Doch auch wer live nicht die Gelegenheit hat Hosokawas Musik zu hören, muss auf die spannenden Musikerlebnisse nicht verzichten. In den gängigen Streaming-Portalen sind viele Werke verfügbar und auf CD gibt es noch mehr Aufnahmen zu finden. Toshio Hosokawa sollte man auf jeden Fall einmal gehört haben, denn das tiefgehende Werk des 1955 in Hiroshima geborenen Komponisten ist einerseits nicht schwer zugänglich und bringt andererseits viele spannende Annäherungen an den Klangkosmos Japans – aus einer schon fast europäischen Perspektive. Das Zusammenspiel dieser Perspektiven findet sich auch am 8. November im Münchner Konzert. Yuki Kasai: „Thematisch bildet Hosokawas Stück“Nacht“ zusammen mit dem Blockflötenkonzert von Vivaldi „La Notte“ eine Einheit in unserem Konzert. Ob noch mehr Bezüge zu entdecken sind? Lasst euch im Konzert überraschen!“

Toshio Hosokawa – zeitgenössischer japanischer Komponist
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