Tuchkunst mit Furoshiki: der Knoten macht’s

The Furoshiki Handbook

Von meiner Begeisterung für Furoshiki hatte ich ja bereits in einem früheren Beitrag geschrieben. Nachdem ich gerne mehr über die wunderbaren Stoffe und die damit verbundene Verpackungstechnik wissen wollte, habe ich mich bei meiner letzten Japanreise im Juni diesen Jahres bei den Profis vor Ort erkundigt: Musubi ist einer der beiden größten Produzenten von Furoshiki in Kyoto und eine Mitarbeiterin der Firma hat mit „The Furoshiki Handbook“ ein tolles und wirklich gelungenes Handbuch veröffentlicht.

Ich liebe am Schenken vor allem das vorherige Einpacken. Das kann manchmal ziemlich mühselig und frustrierend sein – weil das Geschenk unförmig oder das Papier zu dünn oder zu The Furoshiki Handbook: Furoshiki Geschenk und Tuchdick ist und reißt oder unschön zu falten und schlecht zu kleben ist. Im Gegensatz dazu machen es einem die quadratischen Tücher aus Stoff, die in Japan ursprünglich zum Verpacken von Nahrungsmitteln und dem Verstauen und Tragen von Bekleidung verwendet wurden, schon unverschämt leicht. Heute kennen selbst viele Japaner/innen die alte Technik des Faltens und Knotens nicht mehr so genau. Daher habe ich sie mir bei Musubi mit und an den hauseigenen Stoffen direkt zeigen lassen (s. Instagram). Auch deshalb bei dieser Firma, weil deren PR Managerin Etsuko Yamada ein fantastisch dünnes und dabei mit wertvollen Tipps und Anregungen vollgepacktes Handbuch zum Thema publiziert hat.

In „The Furoshiki Handbook“ liefert Yamada, gelernte Textildesignerin, eine kurze Einleitung in die Historie von Furoshiki und erläutert anschaulich anhand schöner Bilder viele Techniken des kunstvollen Einpackens und Gestaltens mit den Tüchern. Furoshiki gibt es in unterschiedlichen Größen, ihre Form ist immer quadratisch. Die Muster- und Farbauswahl (nicht nur bei Musubi) ist enorm, die Stoffart reicht von seidig bis wasserabweisend und es gibt sogar Motive für bestimmte Anlässe.

Von Regenschirmen bis hin zu schweren Holzkisten, von kleinsten Dosen bis hin zu Bilderrahmen oder gar Pflanzen in Töpfen, lässt sich mit den Stoffen in der entsprechenden Größe nahezu alles einpacken und transportieren, was sinnvoller oder schöner Weise einzupacken ist. Und das Beste ist natürlich, dass die Stoffe selbst ein zusätzliches Geschenk sind. Je nach Größe eignen sie sich nicht nur als auffallend hochwertige Geschenkverpackung, sondern können weiter als Hals- oder Einstecktuch, Schal, Tischdecke oder Spieldecke für Kinder genutzt und sogar mit wenigen Handgriffen zur praktischen Handtasche umfunktioniert werden.

Furoshiki-Technik macht den Meister

Damit die Verpackung sitzt, sitzen bleibt und das Eingepackte darin tragbar ist, zählt vor allem eins: der richtige Knoten. Wenn der passt, kann nichts mehr schief gehen. Wie man/frau es richtig macht, veranschaulicht das nachfolgende Video:

Online lassen sich zahlreiche weitere Tipps und Anleitungen zum perfekten Verpacken mit Furoshiki in Text-, Bild- und Videoform von Musubi, wie auch anderen Anbietern finden. Darüber hinaus gibt es einige Bücher zum Thema. Das oben erwähnte (Texte japanisch und englisch!) habe ich gelesen, die Anleitungen durchprobiert und erfolgreich von Tellern über Flaschen bis hin zu großen Bildern verpackt, was zu verpacken war. Auch diverse Taschenformen konnte ich mithilfe des Buches aus meinen Tüchern knoten. Begeisterung pur! Daher ist dieses Buch eine absolute Empfehlung meinerseits. Es müssen nicht die Furoshiki von Musubi sein, die Anleitungen funktionieren grundsätzlich mit nahezu jedem Stoff – die richtige Größe muss es natürlich haben. Wobei Qualität, Motive und Farben der original japanischen Furoshiki sind schon unglaublich schön.

The Furoshiki Handbook – Using Japanese Traditional Cloth for Everyday Wrapping (Bi-lingual Englisch/Japanisch)
Autor:
Etsuko Yamada
Verlag: Seibundo Shinko Sha (japanische Website)
Bezugsquelle:
Amazon (online bestellen)

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